Eigentlich könnte man denken, dass die Durchführung von sogenannten "Stresstests" bei den Banken für mehr Sicherheit sorgen. Doch die Realität sieht – siehe JP Morgan Chase – völlig anders aus. Vor allem im Hinblick darauf, dass die US-Notenbank Ende November 2011 mit dem "Fed-Stresstest" eigentlich den härtesten Stresstest aller Zeiten durchführen wollte. Doch dieser Test war wie die verzockten Milliarden von JP Morgan zeigen absolut unzulänglich – denn obwohl die Bank den Test glamourös bestanden hatte, konnte sie binnen 6 Wochen locker über 2 (Gerüchten nach sogar bis zu 5) Milliarden Dollar mit Finanzderivaten (wohl mit sogenannten "Credit Default Swaps"/CDS – Kreditausfallsversicherungen) verzocken.
Für die größte Bank der USA birgt die Bekanntgabe der Daten jedoch weitere Risiken – andere Spekulanten wissen nun mit welchen Papieren sich JP Morgan verspekuliert hat und können nun auf Kosten der Bank dagegen wetten. Und das wird teuer.
Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern sich das auf das weitere Vorgehen der US-Banken auswirkt. Denn die 5 größten US-Banken (bzw. deren Holdinggesellschaften) haben 218,3 Billionen Dollar an Finanzderivaten rund 95% der Spekulationspapiere aller 1.078 US-Banken in ihren Bilanzen stehen. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht das noch einmal:

Bildquelle: Office of the Controller of the Currence (OCC), Stand 31.12.2011
Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt der USA beläuft sich auf etwa 15,6 Billionen Dollar. Das Spekulationskapital in den USA ist damit also fast 15-mal so groß wie die gesamte Wirtschaftsleistung. Da klingen die verspekulierten rund 5 Milliarden Dollar eigentlich fast schon wie Kinkerlitzchen. Jedoch zeigen sich in diesen Zahlen und Vergleichen gerade jene Gefahren, welche in diesem Finanzmonopoly für die Realwirtschaft stecken. Immerhin handelt es sich hierbei um Summen, welche sämtliche Volkswirtschaften der Welt in arge finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen können.
Bleibt die Frage offen: Wie lange wird es noch dauern, bis die nächste Fehlspekulation den angeblich "härtesten Stresstest der Welt" ad absurdum führt.

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